Edeka Markt soll zum 31.12.2026 geschlossen werden!

Mit großer Bestürzung haben viele Bürgerinnen und Bürger in Rees-Millingen von der geplanten Schließung des EDEKA-Marktes zum 31.12.2026 erfahren.

Für Außenstehende mag dies wie eine rein wirtschaftliche Entscheidung erscheinen. Für unser Dorf bedeutet diese Schließung jedoch weit mehr als den Verlust eines Supermarktes.

Der EDEKA-Markt in Millingen ist ein zentraler Bestandteil unseres täglichen Lebens. Besonders für ältere Menschen, gehbehinderte Personen, blinde Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie sozial isolierte Einwohner ist dieser Markt nicht einfach nur ein Ort zum Einkaufen. Für viele ist er einer der letzten verbliebenen sozialen Treffpunkte im Dorf. Gespräche an der Kasse, bekannte Gesichter im Markt und kurze Begegnungen im Alltag sind für zahlreiche Menschen ein wichtiger Teil ihres sozialen Lebens.

Gerade in einem kleinen Dorf wie Millingen, dessen Bevölkerung einen hohen Altersdurchschnitt aufweist, darf die Bedeutung solcher Orte nicht unterschätzt werden.

Hinzu kommt die ohnehin große Sorge vieler Bürgerinnen und Bürger über die zukünftigen Auswirkungen des Baus der Betuwe-Linie und der damit verbundenen Schließung des Bahnübergangs, durch die unser Dorf künftig zusätzlich geteilt werden würde. Viele Menschen befürchten schon heute längere Wege, schlechtere Verbindungen und eine weitere Verschlechterung der Lebensqualität. Die mögliche Schließung des letzten zentralen Nahversorgers würde diese Entwicklung massiv verschärfen.

Doch nicht nur die Kundinnen und Kunden wären betroffen.

Mit der Schließung würden auch rund 20 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren. Für viele davon ist der Markt weit mehr als nur ein Arbeitgeber. Über Jahre sind dort Freundschaften, Vertrauen und ein starkes soziales Umfeld entstanden. Gerade in ländlichen Regionen sind solche Arbeitsplätze ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.

Hinzu kommen die wirtschaftlichen Folgen für die Region: Verlust von Kaufkraft im Ort, steigende Belastungen durch mögliche Arbeitslosigkeit und die weitere Schwächung der lokalen Infrastruktur. Geld, das bisher in Millingen bleibt, würde künftig in andere Orte abwandern.

Besonders wichtig ist uns dabei klarzustellen:

Der aktuelle Pächter Herr Gommers und sein Team tragen keinerlei Verantwortung für diese Situation.

Im Gegenteil: Viele Kundinnen und Kunden erleben dort täglich eines der engagiertesten, herzlichsten und hilfsbereitesten Teams überhaupt. Gerade ältere oder beeinträchtigte Menschen werden dort mit einer Selbstverständlichkeit unterstützt, die heute längst nicht mehr überall zu finden ist. Dieses Team lebt Kundenservice, Menschlichkeit und Dorfgemeinschaft jeden einzelnen Tag.

Umso schwerer wiegt die Entscheidung, diesen Standort aufzugeben.

Wir appellieren daher eindringlich an alle Verantwortlichen:

* Prüfen Sie alle Möglichkeiten zum Erhalt des Standortes.

* Unterstützen Sie Gespräche mit möglichen Nachfolgern oder Investoren.

* Entwickeln Sie gemeinsam Lösungen für die Nahversorgung in Millingen.

* Lassen Sie unser Dorf nicht weiter an Infrastruktur und Lebensqualität verlieren.

Ein Dorf verliert mit einem Markt nicht nur Einkaufsmöglichkeiten.

Es verliert Begegnung, Versorgung, Selbstständigkeit, Arbeitsplätze und ein Stück gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Wir wünschen uns, dass wirtschaftliche Entscheidungen nicht losgelöst von ihrer menschlichen und gesellschaftlichen Wirkung getroffen werden.

Millingen braucht diesen Markt.

Mit Hoffnung auf Gehör und Unterstützung

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